Italien an der Maas; das Jekerkwartier und historische Zentrum

Maastricht ist die vielleicht italienischste Stadt der Niederlande. Nicht nur aufgrund seiner römischen Vergangenheit, sondern auch wegen der zahlreichen italienischen Restaurants. Saskia von Ciaotutti.nl stellte Ihnen in diesem Blog schon die italienische Atmosphäre in Wyck, im Stokstraatkwartier und auf dem Onze Lieve Vrouweplein vor. Diesmal nimmt sie Sie mit zu italienischen Orten im Jekerkwartier und im historischen Zentrum von Maastricht.

Die Koestraat

Saskia: „Die Koestraat mutet ein wenig wie eine Straße in einem italienischen Dorf an, dank der Pflastersteine, der gemütlichen Terrassen und italienischen Adressen. Zunächst gibt es die Weinbar Via Mucca (die italienische Übersetzung von Koestraat), wo man u. a. Wein aus Italien probieren kann. Es gibt eine schöne Auswahl an bekannten und weniger bekannten italienischen Weinen. Ein kleines Stück weiter kann man bei Tomato Platz nehmen, zu herrlichen Pizzen und Pasta-Gerichten. Käseliebhaber können auch zu De Kaasbar, mit einigen italienischen Käsen und Weinen auf der Karte.

Wie in einem italienischen Dorf

Folgen Sie der Koestraat, die in die Stenenbrug übergeht und biegen Sie am Ende der Stenenbrug links in die Sint Pieterstraat ab. Biegen Sie bei Café De Pieter rechts ab, in die Straße Lang Grachtje. Links prangen die Reste mittelalterlicher Stadtmauern, eine der charmanten Sehenswürdigkeiten des Jekerkwartiers. An der Ecke zur Sint Hilariusstraat erhebt sich das meistfotografierte Haus der Stadt, Huisje Hoogerwaard. Es könnte so auch in einem italienischen Dorf wie Spello (Umbrien) stehen.

Biegen Sie am Ende der Straße Lang Grachtje links ab und durchqueren Sie die Grote Looiersstraat, mit der Atmosphäre eines italienischen Dorfplatzes. Biegen Sie rechts in die Looiersgracht ab, überqueren Sie die Brücke über den Jeker, setzen Sie Ihren Weg über die Looiersgracht fort und biegen Sie dann auf dem Ezelmarkt links in die Straße Kakeberg ab. Folgen Sie dieser Straße bis zum Platz auf der Kreuzung mit der Tongersestraat. Hier prangt eine Wandmalerei von Roland Topor neben einer Skulptur von St. Servatius, die Richtung Tongeren blickt, wo er vor seiner Zeit in Maastricht Bischof war. Es handelt sich um eine Replik der Skulptur, die auf der Sint Servaasbrug zu sehen ist. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt RistoPub Paletti mit Köstlichkeiten aus der italienischen Küche. Man erkennt vor allem viele apulische und neapolitanische Einflüsse, von Holzofenpizzen bis zu Panzerotti, von täglich wechselnden Pastagerichten bis zu eindrucksvollen Antipasti.

Durch „Het Vagevuur“

Gehen Sie durch die Tongersestraat zurück zum Ezelmarkt. Nehmen Sie auf der gegenüberliegenden Seite, gegenüber der Schauspielakademie, die Bouillonstraat. Biegen Sie links ab und setzen Sie Ihren Weg über das Sint Servaasklooster zum Henric van Veldekeplein fort. Nehmen Sie vom Platz aus die Straße zwischen der Sint Janskerk und der Sint Servaasbasiliek mit dem düsteren Namen Het Vagevuur (Das Fegefeuer). Denken Sie nicht zu sehr an Dantes Vorstellung dieses Ortes der Läuterung, denn Het Vagevuur führt Sie hier nicht in die Hölle, sondern zum Vrijthof, dem bekanntesten Platz der Stadt.

Bevor wir uns dorthin begeben, möchte ich Ihnen gerne etwas mehr über die Sint Servaasbasiliek erzählen. Wie der Petersdom in Rom wurde diese Kirche auf dem Grab ihres Namensgebers errichtet. Die letzte Ruhestätte von St. Servatius soll ein römisches Gräberfeld gewesen sein. Bei Ausgrabungen, die Ende der Achtzigerjahre durchgeführt wurden, fand man unter dem heutigen Boden die Überreste eines römischen Gebäudes mit einem Wasserbecken. Außerdem entdeckte man zwei römische Münzen. Nicht römisch, sondern von der Ausstrahlung her sehr italienisch ist das Bergportaal, mit interessanten Szenen aus dem Leben Marias und bis ins Detail ausgearbeiteten biblischen Figuren. Ausgangspunkt des Labyrinths auf dem Boden ist Maastricht. Die vier Ecken werden von den Städten Aachen, Köln, Rom und Konstantinopel gebildet; die Mitte ist der Tempelberg in Jerusalem.

Wähnen Sie sich auf dem Vrijthof in Venedig

Auf dem Vrijthof selbst wähnt man sich dank Il Bacaro in Venedig. Nach guter venezianischer Sitte nimmt man zum Glas Wein oder Aperol Spritz eine Auswahl an Cicchetti, einer Art Tapas, jedoch zu 100 % venezianisch. Es stehen die leckersten Gerichte zur Auswahl: Baccalà mantecato, Sarde in saor, Polpette, Arrosticini, Zucchini fritti, Bruschettas… Für größeren Appetit stehen auch gut gefüllte Panini und große Teller mit Pasta auf der Karte.

Ein schönes Buch, eine Flasche Wein und eine virtuelle Tour

Verlassen Sie den Vrijthof durch die Helmstraat. Rechts liegt der Dominicanerplein, mit der Buchhandlung Dominicanen, in der Sie ein schönes Buch über Italien ergattern können, um noch etwas länger in italienischer Atmosphäre zu verweilen. Wenn Sie die Helmstraat verlassen, befinden Sie sich auf der Grote Gracht, wo Sie schräg rechts auf der anderen Straßenseite Thiessen Wijnkoopers erblicken, wo es außer einer Weinhandlung auch einen sehenswerten Weinkeller und sogar einen Weingarten gibt. Der älteste Teil des Kellers gehörte früher zu den Festungsanlagen von Maastricht. Auf Anfrage ist eine Führung bzw. Weinprobe möglich.

Durchstreifen Sie die Grote Gracht zum Markt, mit dem imposanten Rathaus. Man kann es leider nicht betreten, doch drinnen befindet sich ein schönes Stück italienischer Geschichte. Der italienisch-schweizerische Stuckateur Tomaso Vasalli kreierte hier zwischen 1735 und 1737 nämlich einige beeindruckende Decken, u. a. im Zimmer des Bürgermeisters. Die Stuckarbeit im Gagini-Zimmer wurde von seinem Kollegen Pietro Gagini geschaffen. Auf dem Kaminsims sehen Sie die Personifikation der Caritas, also der Wohltätigkeit. An den Wänden hängen Berglandschaften, umringt von Blumen, Vögeln, Putten und mythologischen Figuren, etwa der Venus, der Göttin der Schönheit, Diana, der Göttin der Jagd, und Amor, des Gottes der Liebe. Sind Sie gespannt, wie das aussieht? Mit diesem Link folgen Sie einer virtuellen Tour. Auch im Video „Grandeur op de Markt“ (Grandeur auf dem Markt) kann man sich das Rathaus von innen ansehen.

Ein Prosit auf Mestreech

Nehmen Sie vom Markt aus die Muntstraat, biegen Sie links in die Mariastraat ab und dann rechts in die Kesselskade, zur letzten Station dieses Spaziergangs: Il Fiore (an Nummer 59). Hier blüht die italienische Küche dank der Kochkünste von Dino und der Gastfreundschaft der Diana. Sie können Dino ruhig freie Hand lassen, Sie zu überraschen; diese Herausforderung nimmt er sehr gerne an. Bestellen Sie auch eine gute Flasche Wein für ein Prosit auf Mestreech. Cin cin!

Sind Sie auf weitere italienische Fleckchen in Maastricht gespannt? Mit dem Ciao tutti City Walk Maastricht – Italien an der Maas entdecken Sie alle. Hier können Sie ihn bestellen. Buona passeggiata, einen guten Spaziergang!